Kühlschrank und Vorratsschrank richtig einräumen: so werfen Sie weniger weg

Laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) werfen private Haushalte in Deutschland jedes Jahr über 70 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf weg. Mehr als ein Drittel davon landet im Müll, weil es verdorben ist. Richtig lagern ist also einer der einfachsten Hebel. Das BZfE verweist auf eine forsa-Studie, nach der eine vierköpfige Familie bis zu 940 Euro im Jahr sparen kann, wenn nichts Gekauftes mehr in der Tonne landet.

Sie brauchen dafür keine neue Küche. Es reichen ein paar feste Plätze, ein Stift und eine kurze Routine.

Checkliste für Kühlschrank und Vorrat

Die Zonen im Kühlschrank

Ein Kühlschrank ist nicht überall gleich kalt. Das BZfE geht von einer Einstellung von etwa 7 °C im mittleren Fach aus. „Zu gut für die Tonne!“, die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministeriums, nennt 5 bis 7 °C als ideale Temperatur. Daraus ergeben sich diese Zonen:

Was nicht in den Kühlschrank gehört

Manche Lebensmittel verlieren in der Kälte an Geschmack oder verderben schneller. Das BZfE nennt unter anderem Auberginen, Basilikum, Gurken, Ingwer, Kartoffeln, Knoblauch, Paprika, Tomaten und Zucchini. Sie lagern besser bei Zimmertemperatur. Auch Brot trocknet im Kühlschrank aus und gehört nur bei sehr schwülem Wetter hinein.

Achten Sie außerdem auf Obst, das das Reifegas Ethylen abgibt, laut BZfE etwa Aprikosen, Bananen oder Tomaten. Es lässt empfindliche Nachbarn schneller verderben. Lagern Sie solche Früchte getrennt.

Kleine Regeln mit großer Wirkung

„First in, first out“: Älteres nach vorne

Das wichtigste Prinzip gegen vergessene Lebensmittel stammt aus der Lagerhaltung: First in, first out, kurz FIFO. Was zuerst gekauft wurde, wird zuerst verbraucht. Das BZfE formuliert es so: Was länger haltbar ist, gehört nach hinten, was bald gegessen werden sollte, nach vorne.

In der Praxis heißt das: Neue Joghurts kommen hinter die alten, die neue Packung Nudeln hinter die angebrochene. Das dauert beim Einräumen eine Minute länger und spart später viele Überraschungen.

Hilfreich ist auch ein fester Platz für ähnliche Dinge. „Zu gut für die Tonne!“ empfiehlt, gleiche Waren immer an derselben Stelle und dicht beieinander aufzubewahren. So sehen Sie auf einen Blick, was fehlt und was weg muss. Manche Haushalte richten zusätzlich eine kleine Kiste oder ein Fach „Bald essen“ ein, in das alles kommt, was demnächst abläuft oder schon geöffnet ist.

Beschriften: das Datum, das auf keiner Packung steht

Das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum gilt nur für die ungeöffnete Packung. Wann Sie ein Glas Pesto oder eine Packung Sahne geöffnet haben, steht nirgends. Schreiben Sie es mit einem wasserfesten Stift oder auf einem Stück Malerkrepp auf den Deckel. Richtwerte, wie lange typische Vorräte danach halten, finden Sie im Artikel Haltbarkeit nach dem Öffnen.

Für die Tiefkühltruhe rät das BZfE, selbst Eingefrorenes mit Inhalt, Menge und Einfrierdatum zu beschriften. Einmal oder zweimal im Jahr beim Abtauen lohnt sich eine kleine Inventur.

Den Vorratsschrank ordnen

Mehl, Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte und Konserven lagern laut BZfE am besten bei 15 bis 20 °C, trocken und luftig. Die Verbraucherzentrale rät, Trockenvorräte nicht neben Herd, Spülmaschine oder Fenster zu stellen, weil Wärme und Feuchtigkeit ihnen schaden.

Angebrochene Packungen füllen Sie in dicht schließende Behälter aus Glas, Metall oder Kunststoff um. Das schützt vor Lebensmittelmotten, Luft und Feuchtigkeit. Durchsichtige, stapelbare Boxen sparen Platz und zeigen sofort, wie viel noch da ist. Schneiden Sie das MHD aus der Originalpackung aus und legen Sie es dazu, oder notieren Sie es auf der Dose.

Eine Routine, die bleibt

Die beste Ordnung hält nicht, wenn niemand hinschaut. Zwei Gewohnheiten reichen:

  1. Vor dem Wocheneinkauf: Kurz in Kühlschrank und Vorrat schauen, was bald weg muss, und die Mahlzeiten danach planen.
  2. Etwa alle vier Wochen: Kühlschrank ausräumen und auswischen. Laut „Zu gut für die Tonne!“ genügen dafür warmes Wasser und ein Spritzer mildes Spülmittel, Allzweckreiniger oder Essig. Das ist auch eine gute Gelegenheit, Vergessenes zu entdecken.

Den Überblick digital behalten

Wer nicht jede Woche alle Fächer durchsehen möchte, kann die Daten auch im Handy sammeln. Die kostenlose iPhone-App Erinnerung Verfallsdatum erfasst ein Produkt mit einer Zeile wie Nudeln 7 Packungen 22/3/2027 und erinnert Sie, bevor das Datum erreicht ist. Dazu kommt eine Wochenübersicht, praktisch vor dem Einkauf. Die Liste lässt sich per iCloud mit dem ganzen Haushalt teilen, ohne Konto und ohne Werbung. Im App Store laden.

Weitere Artikel finden Sie im Ratgeber: Lebensmittel sicher lagern und weniger wegwerfen.

Quellen

  1. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Richtig lagern: Welche Lebensmittel halten sich wie und wo am besten?
  2. „Zu gut für die Tonne!“ (BMLEH): Den Kühlschrank richtig nutzen.
  3. „Zu gut für die Tonne!“ (BMLEH): Keimzelle Kühlschrank? Jetzt nicht mehr.
  4. Verbraucherzentrale: Nudeln, Reis, Mehl: Haltbarkeit und Lagerung von Trockenlebensmitteln (Stand: 8. Dezember 2025).

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Beachten Sie stets die Lagerhinweise auf der Verpackung und die Bedienungsanleitung Ihres Geräts.

Aktualisiert: 29. September 2026